Bürgerstiftung Mittelhessen zeichnet 55 junge Menschen mit Ehrenamtspreisen aus

Olympiasiegerin Petra Behle beeindruckt von Engagement der jungen Menschen in Mittelhessen

Die Siegerinnen und Sieger des diesjährigen Ehrenamtspreises bei der Preisverleihung

Ein klares Ziel vor Augen, Beharrlichkeit und Mut: Vincent Mackel ist 14 Jahre alt, als er mit diesen Eigenschaften die Idee ergreift, einen Skatepark in seinem Heimatort Sinn ins Leben zu rufen. Er brennt für den Wunsch. Er ermutigt andere Jugendliche, sich ebenfalls für das Vorhaben einzusetzen. Sie gründen einen Verein, gewinnen zunächst Eltern, dann auch Kommunalpolitiker und den Bürgermeister für ihre Sache, um schließlich Fördergelder in Höhe von 100.000 Euro auf die Beine zu stellen. Vier Jahre später wird der Skatepark eingeweiht – und ist heute ein zentraler und beliebter Ort für die Kinder und Jugendlichen im Ort. Für sein bemerkenswertes Engagement ist Mackel am Dienstag mit dem Ehrenamtspreis der Bürgerstiftung Mittelhessen ausgezeichnet worden.

Der heute 21 Jahre alte Mackel nahm den mit 1000 Euro dotierten ersten Preis
im Rahmen einer Feierstunde im Forum der Volksbank Mittelhessen entgegen. Die Bürgerstiftung zeichnete insgesamt 55 junge Menschen aus Mittelhessen mit Ehrenamtspreisen aus. Die Verleihung fand zum neunten Mal statt.

Erster Preis in Höhe von 1.000 EUR für Vincent Mackel aus Sinn

„Viele sagen, junge Leute tun nichts für die Gesellschaft“, sagt Klaus Arnold, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Mittelhessen. „Das stimmt aber nicht, ihr Engagement wird nur viel zu wenig gesehen.“ Ziel des Ehrenamtspreises sei, auf den Einsatz junger Menschen aufmerksam machen – und zur Nachahmung anzuregen. „Euer Engagement ist unsere Motivation für den Preis“, lobt Arnold die Gruppe.

Ehrenamtspreise in der zweiten Kategorie, jeweils mit 500 Euro dotiert, gingen an den 22 Jahre alten Markus Huth aus Weilburg, die 24-jährige Alena Mayer aus Gemünden (Felda) und die 19 Jahre alte  Lea Schaba  aus Münzenberg.

Markus Huth wurde für seinen außergewöhnlichen Einsatz gewürdigt, die Erinnerung an couragierte Bürger im Dritten Reich in Weilburg und Umgebung wach zu halten. Den Ehrenamtspreis erhielt er außerdem für sein Engagement gegen Extremismus jeder Art. Huth hat als 18-Jähriger den Verein „Weilburg erinnert“ ins Leben gerufen. Mit weiteren Vereinen und Arbeitsgemeinschaften organisiert er Zeitzeugengespräche, Ausstellungen, Theateraufführungen, Workshops und Fahrten zu Gedenkstätten. Er initiierte zudem die Installation einer Granitpatte im Januar 2020 in der Weilburger Mauerstraße mit der Inschrift „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

Alena Mayer setzt sich seit vielen Jahren auf vielfältige Weise vor allem im Ortsteil Hainbach in Gemünden ein, unter anderem im Vorstand der Jugendfeuerwehr, als Jugendwartin und in der Einsatzabteilung sowie im Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr. Bereits mit 15 Jahren begann sie sich im Vorstand des Vereins der „Habächer Jugend 1992“ für junge Menschen einzusetzen. Im Rahmen der Aktivitäten gelang es, einen Jugendraum zu organisieren. Mayer brachte außerdem Vereinsaktivitäten wie Wanderungen, Mehrtagesfahrten, Wanderungen und Spieleabende auf den Weg. Sie unterstützt darüber hinaus viele Veranstaltungen der Dorfgemeinschaft.

Lea Schaba hat gemeinsam mit ihrem Bruder in den vergangenen 15 Jahren Spendengelder in Höhe von mehr als 60.000 Euro für Kinderhilfsprojekte in der Region gesammelt – im Rahmen der Initiative „Wir machen. Für ein Kinderlachen“. Gemeinsam mit ihrem Team gründete sie außerdem den Kinder- und Jugendbeirat in der Wetterau. Dabei kümmert sie sich maßgeblich um Förderer und unterstützt Kinder bei der Teilnahme in dem Beirat. Schaba hat geflüchtete Kinder betreut, sie organisiert zahlreiche wohltätige Aktionen und setzt sich in mehreren Vereinen wie bei den „Klückskindern“ ein.

Die jungen Menschen wurden mit Geldpreisen in vier Kategorien in der Gesamthöhe von 8050 Euro ausgezeichnet.

Mit Ehrenamtspreisen in der dritten Kategorie und jeweils 250 würdigte die Bürgerstiftung Mittelhessen das Engagement der 20 Jahre alten Buseckerin Vanessa Feiling, der 23-jährigen Lara Christin Matzner aus Fronhausen und der 24 Jahre alten Jessica Walter aus Münchhausen.

Vanessa Feiling ist seit 2015 in der Jugendfeuerwehr und seit 2018 in der Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr aktiv, übernimmt zudem Verantwortung in der Minifeuerwehr. Bei der TSG Alten-Buseck leitet sie unter anderem eigene Kinderturngruppen, auch in der Judo-Abteilung hilft sie in der Kindergruppe. Im August 2021 gründete sie mit anderen jungen Menschen den Jugendausschusses der TSG Alten-Buseck und leitet diesen bis heute. Feiling engagiert sich auch beim TSV Krofdorf-Gleiberg, seit 2017 ist sie zudem aktives Mitglied im Kinder- und Jugendbeirat Buseck.

Lara Christin Matzner engagiert sich seit vielen Jahren im Bereich der Freiwilligen Feuerwehr in Fronhausen. Unter anderem als stellvertretende Jugendwartin ist sie eine wichtige Bezugsperson und Ansprechpartnerin für viele Jugendliche, auch für Themen außerhalb der Feuerwehr. Sie ist zudem ausgebildete Voraushelferin mit dem Ziel, bei einem plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand umgehend Hilfe zu leisten.

Die Münchhausenerin Jessica Walter setzt sich auf vielfältige Weise in ihrem Ortsteil in Simtshausen ein. Im Rad- und Sportverein Simtshausen ist sie als Co-Trainerin der Bambinis, als Übungsleiterin und Jugendwartin der Tanzgruppen aktiv, mittlerweile engagiert sie sich auch im Vorstand des Vereins. Walter unterstützt eine Spielplatzinitiative, nimmt an Aktionen wie zum Beispiel für eine saubere Umwelt teil. Seit den Kommunalwahlen 2021 bringt sie sich außerdem im Ortsbeirat ein.  

In einem Talk zeigte sich Olympiasiegerin und Schirmherrin der Tour der Hoffnung Petra Behle vom Engagement der jungen Mittelhess:innen beeindruckt: „Ehrenamt und Spitzensport haben viele Parallelen. Für mich war in beiden Rollen immer wichtig, dass man sich mit seinem Tun identifiziert, ein gutes Umfeld hat und Erfolge zu weiterer Motivation führt.”

Der Ehrenamtspreis wird an junge Menschen im Alter zwischen 15 und 25 Jahren vergeben, die sich in besonderer Weise oder über eine längere Zeit engagieren und Verantwortung übernehmen. Die Preisträger konnten sich nicht selber nominieren. Aufgerufen waren Bürger, Vereine, Schulen, Gemeinden und andere Einrichtungen, die  jungen Menschen für einen Ehrenamtspreis online über die Homepage der Bürgerstiftung Mittelhessen www.bstmh.de vorzuschlagen.

Die Preisgelder werden in vier Kategorien vergeben, sie liegen im Einzelnen zwischen 100 und 1.000 Euro und richten sich nach dem jeweiligen Engagement der jungen Menschen. Dabei wird Initiativen, die aus eigenem Antrieb und ohne Unterstützung oder Anleitung durch einen Verein entstanden sind, eine höhere Priorität eingeräumt.

Für den Ehrenamtspreis waren mehr als 60 Vorschläge eingereicht worden. Die 55 Preisträger leben und agieren alle in Mittelhessen und kommen aus den Landkreisen Gießen, Limburg-Weilburg, Wetterau,  Marburg-Biedenkopf, Vogelsbergkreis und dem Lahn-Dill-Kreis.

Bürgerstiftung Mittelhessen startet Engagementpreis

Die Bürgerstiftung Mittelhessen (BSTMH) unterstützt ehrenamtliche Tätigkeiten und Projekte mit Wirkung in Mittelhessen. Dafür schreibt sie einen neuen Preis aus, der ab sofort monatlich in Höhe von bis zu 2.500 € für geeignete Projekte vergeben wird. Es gibt keine Bewerbungsfrist! Eine Bewerbung ist daher jederzeit möglich und gilt für ein Jahr. Eine Jury der BSTMH wählt die Projekte zur Förderung aus und kann zeitlich begrenzte Schwerpunktfelder festlegen. Bei der Bewerbung sind folgende Voraussetzungen zu beachten:

  • Ein Verantwortlicher des Projekts bewirbt das Projekt online unter engagementpreis@buergerstiftung-mittelhessen.de bei der BSTMH mit einer aussagekräftigen Beschreibung.
  • Das Projekt wirkt im Sinne der BSTMH für den Stiftungszweck Förderung des regionalen Lebens (Kultur, Jugend, Soziales, Bildung, Natur und Umwelt, Denkmalschutz).
  • Das Projekt ist zeitlich begrenzt, hat aber eine möglichst lange Wirkung. Die finanzielle Unterstützung des laufenden Vereinsgeschäfts ist nicht möglich.
  • Das Projekt muss ehrenamtlich getragen werden. Es sollte ein förderfähiger Verein beteiligt sein (kein Muss).
  • Das Projekt findet in Mittelhessen (Landkreise Limburg-Weilburg, Lahn-Dill, Marburg-Biedenkopf, Gießen, Vogelsbergkreis und nördlicher Wetteraukreis bis Höhe Friedberg) statt.
  • Die Unterstützung durch die Bürgerstiftung Mittelhessen ist eine wesentliche Finanzierungsquelle. Die Gesamtfinanzierung erfolgt nicht überwiegend durch öffentliche Mittel. Die BSTMH wird als wesentlicher Unterstützer des Projekts genannt.
  • Das Projektteam setzt das Projekt innerhalb eines Jahres um und veröffentlicht eine Projektdarstellung in Zusammenarbeit mit der BSTMH.

Bürgerstiftung Mittelhessen unterstützt die Fenstererneuerung der Zeltplatzhütte

Bei der Übergabe dabei waren: Ulrich Peters von der Bürgerstiftung Mittelhessen, Landrätin Anita Schneider für die OVAG sowie Ralf Ballnus, Volker Bieneck, Lothar Röhrich und Reinhard K. Puhl als beteiligte Zeltplatzhelfer

Nach 48 Jahren war es Zeit die einfach verglasten Fenster der Zeltplatzhütte durch zeitgemäße Kunststofffenster mit Isolierglasscheiben zu ersetzen. Um die dadurch entstehenden Kosten gering zu halten, war wie bei allen Unterhaltungsmaßnahmen der vergangenen 5 Jahre der ehrenamtliche Einsatz der Zeltplatzhelfer erforderlich. Für die dann noch zu finanzierenden Materialkosten bemühte sich der Verein Blasorchester und Spielmannszug Lang-Göns e.V. um die Unterstützung durch verschiedene Fördertöpfe.

Die Bürgerstiftung Mittelhessen erhörte die Unterstützungsbitte des Vereins und bewilligte den ansehnlichen Betrag von 1.700 €. Jetzt trafen sich Ulrich Peters von der Bürgerstiftung und die am Fensteraustausch beteiligten ehrenamtlichen Vereinshelfer an der Zeltplatzhütte zur Übergabe des Unterstützungsschecks.

Bei der Übergabe berichtete Zeltplatzkoordinator Reinhard K. Puhl über den Verlauf der Arbeiten zum Fensteraustausch. Für die 4 einfach verglasten Fenster war es beim Einbau 1974 bereits der zweite Einsatzort. Seinerzeit hatten sie schon ein stolzes Alter von ca. 30 – 40 Jahren. Mittlerweile merkte man den Fenstern schon ihr Alter an. Hier und da klemmten die Flügel und auch so mancher Griff ließ sich nur schwer drehen. Ende des vergangenen Jahres begannen daher die Planungen und Kostenermittlungen für den Austausch der Fenster, aber auch die Suche nach finanziellen Unterstützern.

Wegen der seit Monaten bekannten langen Lieferzeiten für Baumaterialien erfolgte Anfang Januar die Bestellung der Fenster, die dann Mitte Februar abholbar waren. Ihr Einbau startete mit dem Ausbau der alten Fenster und dem Einbau der neuen Fenster im März. Während der laufenden Arbeiten ergab sich die günstige Gelegenheit auch die Eingangstür der Zeltplatzhütte zu erneuern, was sinnvoll war wegen der vorliegenden Verschmutzungen. Im April erfolgten die notwendigen Beiputzarbeiten. Hierbei zeigte sich, dass der Gruppenraum der Zeltplatzhütte innen einen Neuanstrich notwendig hatte. Auch dies war dann Ende April abgearbeitet. Insgesamt entstanden Materialkosten von rund 2.200 €.

Ein weiterer Förderbetrag wurde von der OVAG in Friedberg mit 500 € bereitgestellt. Stellvertretend war die Landrätin Anita Schneider zur Übergabe gekommen.

Die beiden Vertreter der unterstützenden Organisationen konnten sich neben der Zeltplatzhütte auch das weitläufige und attraktive Zeltplatzgelände ansehen, das den jährlich vielen Nutzern mit ihren hunderten von Gästen zahlreiche Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung bietet. Eine angenehme Atmosphäre sowie die Möglichkeit die eigene Veranstaltung den eigenen Wünschen und Bedürfnissen anzupassen bilden das große Plus der seit 1969 bestehenden Einrichtung.

Projektgruppe Margaretenhütte neu ausgestattet

Johannes Haas vom Vorstand der Bürgerstiftung Mittelhessen (2.v.r.) überreichte den Scheck symbolisch an Stefanie Paul (M.) von der Leitung der Projektgruppe Margaretenhütte sowie an Annika Kruse (r.), Sibylle Powell (2.v.l.) und Klaus Hoffmeister (l.).

Bürgerstiftung Mittelhessen übergibt Spende in Höhe von 2.142 Euro

Die Bürgerstiftung Mittelhessen hat der Projektgruppe Marienhütte eine Spende in Höhe von 2142 Euro übergeben. Der begünstigte Verein, der sich seit knapp 50 Jahren um die Menschen im Wohngebiet der Henriette-Fürth-Straße kümmert, hat mit der Geldsumme die Büromöbel erneuert. Die rund 25 Jahre alten Tische und Stühle im Bürgerbüro waren zum großen Teil nicht mehr funktionsfähig gewesen. Dies hatte die Arbeit der vier in Teilzeit tätigen hauptamtlichen Mitarbeiter und der sieben geringfügig Beschäftigten erschwert. Ihnen stehen nun moderne Möbel, unter anderem höhenverstellbare Schreibtische zur Verfügung.

Den Mitarbeitern stehen nun unter anderem höhenverstellbare Schreibtische zur Verfügung. Die alten Büromöbel waren marode und zum großen Teil nicht mehr funktionsfähig.

Johannes Haas vom Vorstand der Bürgerstiftung Mittelhessen überreichte den Scheck symbolisch an Stefanie Paul von der Projektleitung sowie an Annika Kruse, Sibylle Powell und Klaus Hoffmeister.

Die 1973 als Verein eingetragene Projektgruppe Margaretenhütte setzt sich mit vielzähligen Angeboten wie beispielsweise mit Sozialberatung und Hausaufgabenhilfe für 220 Menschen ein,

die in dem Wohngebiet leben. Hauptziel der Arbeit im Bürgerbüro ist, Armut als Lebenslage zu überwinden und Schwellenängste abzubauen. Das Bürgerbüro erreicht mit seinen Angeboten rund 85 Prozent der Bewohner.

Die Bürgerstiftung Mittelhessen wurde 2004 auf Initiative der Volksbank Mittelhessen gemeinsam mit Bürgern aus der Region für Mittelhessen gegründet.
Im Rahmen ihres Satzungszwecks will sie gesellschaftliche Vorhaben fördern, die im Interesse der Region und ihrer Menschen liegen, soweit öffentliche Mittel dafür nicht zur Verfügung stehen. Die Bürgerstiftung Mittelhessen ist selbständig und unabhängig.

„Wertvolle Arbeit unterstützen“

Bürgerstiftung Mittelhessen ruft zu Spenden für Flüchtlinge aus der Ukraine auf – „Altbekannte Organisationen gehen ein bisschen unter“ – Jahresprogramm vorgestellt.

Spenden sammen und an die Richtigen verteilen. Hier: Ehrenamtspreis für junge Menschen.

Die Bürgerstiftung Mittelhessen ruft zu Spenden auf, um mit den Geldern Flüchtlinge aus der Ukraine mit Lebensmitteln und Materialien zu unterstützen. Die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung für Menschen aus der Ukraine sei groß, erklärt Klaus Arnold, der Vorsitzende der Bürgerstiftung. „Viele Initiativen der Region aber, die seit Jahren wertvolle Arbeit leisten, spüren plötzlich: Es wird bei den Spendeneinnahmen weniger. Die altbekannten Organisationen gehen ein bisschen unter.“ Vor allem diesen Initiativen wolle man unter die Arme greifen. Als Beispiel nennt Klaus Arnold die heimischen Tafeln.

Explodierende Energiekosten, Lieferengpässe, eine steigende Nachfrage und eine rückläufige Spendenbereitschaft für diese Initiativen haben zu existenziellen Problemen geführt. „Die Situation bei den Tafeln ist so angespannt wie noch nie“, hat der Vorsitzende des Bundesverbands Tafel Deutschland, Jochen Brühl, vor wenigen Tagen erklärt. Die freiwilligen Helferinnen und Helfer seien „teilweise pausenlos im Einsatz“ und erleben es als belastend, „wenn sie Menschen nicht helfen können, weil keine Lebensmittel mehr da sind zum Weitergeben.“

Vor diesem Hintergrund wolle man Spenden für Projekte und Einrichtungen wie die Tafeln in Mittelhessen sammeln, sagt Arnold. Die Bürgerstiftung will die Spenden mit eigenen Mitteln aufstocken und stellt einen Sockelbetrag in Höhe von 5000 Euro zur Verfügung. „Diejenigen, die schon die ganze Zeit großartige Arbeit leisten, sollen weiterhin die notwendigen Mittel erhalten, mit denen sie Gutes tun“, erklärt der Vorsitzende der Bürgerstiftung Mittelhessen.

Klaus Arnold, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Mittelhessen
Klaus Arnold, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Mittelhessen

Die Bürgerstiftung will in diesem Zusammenhang als Mittler dienen, vor dem Hintergrund der Verwurzelung in Mittelhessen und zahlreicher Kontakte mit wohltätigen Organisationen in Mittelhessen. „Wir haben langjährige Erfahrungen und wissen, wo das Geld gebraucht, wird“, sagt der Vorsitzende. „Gerne übernehmen wir die Rolle des Mittlers von Spenden und weiteren Hilfen für die wohltätigen Organisationen in unserer Region.“

Die Bürgerstiftung hofft auf Spenden an das Konto mit dem Stichwort „Flüchtlinge“, IBAN: DE09 5139 0000 0005 4838 08 (BIC: VBMHDE5F, Volksbank Mittelhessen).

Aus dem Antrieb Gutes zu tun, unterstütze man auch Menschen und Gruppen, die unter dem Dach der Bürgerstiftung Mittelhessen selbst eine Stiftung gründen wollen. „Wenn Bürger in der Region eine Stiftung ins Leben rufen wollen, sind wir der erste Ansprechpartner“, sagt Klaus. Im vergangenen Jahr habe man so die Gründung von drei weiteren Stiftungsfonds begleitet: „bürgerLich“, die Inge-Krämer-Stiftung und die Licher LiteraturPreis-Stiftung. Insgesamt zählen inzwischen 13 Partnerstiftungen bzw. Stiftungsfonds zur Familie der Bürgerstiftung Mittelhessen. Das ist immer eine Bindung für die Ewigkeit“, betont Arnold. Dazu gehören unter anderem die „Lindemann-MUKO-Stiftung“ die Kinder in der schwierigen Situation der aufwändigen MUKO-Therapie hilft, sowie die Partnerstiftung „Hallo Welt“, die junge Eltern und ihre Neugeborenen mit Familienbegleitbüchern unterstützt. Partner sind außerdem die Stiftung Gießener Herz, die Werner-Schiffner-Stiftung, die Vogelsbergstiftung für Kultur und Natur, die Langsdorfer Stiftung, die Harald Straßheim-Stiftung, die Reichardt-Stiftung und die Dr. Ulla Türck-Frühauf Stiftung.

Die Bürgerstiftung Mittelhessen verleiht außerdem den Ehrenamtspreis für junge Menschen, der in diesem Jahr das zehnjährige Jubiläum feiert.  „Viele sagen, junge Leute tun nichts für die Gesellschaft“, sagt Arnold. „Das stimmt aber nicht, ihr Engagement wird nur viel zu wenig gesehen.“ Ziel des Preises sei, auf den ehrenamtlichen Einsatz junger Menschen aufmerksam machen – und zur Nachahmung anzuregen. Die Bürgerstiftung verleiht die Preise am 28. Juni im Volksbank-Forum in Gießen. „60 Bewerbungen sind eingegangen, das ist ein Rekord“, berichtet der Vorsitzende der Stiftung.

In der Corona-Krise hat die Bürgerstiftung auf eine Übergabe der Ehrenamtspreise im Rahmen einer großen Veranstaltung verzichtet. Es gab lediglich eine Verleihung der Preise an die Erstplatzierten, im vergangenen Jahr wurde die Veranstaltung digital ausgetragen. „Wir hoffen, dass es diesmal als Präsenzveranstaltung funktioniert“, sagt Arnold. Denn in erster Linie gehe es um Wertschätzung. „Wir wollen uns bei den jungen Leuten für ihr Engagement persönlich bedanken.“

Die Bürgerstiftung Mittelhessen wurde 2004 auf Initiative der Volksbank Mittelhessen gemeinsam mit 34 Bürgern aus der Region für Mittelhessen gegründet. Im Rahmen ihres Satzungszwecks will sie gesellschaftliche Vorhaben fördern, die im Interesse der Region und ihrer Bürger liegen, soweit öffentliche Mittel dafür nicht zur Verfügung stehen. Die Bürgerstiftung Mittelhessen ist selbständig und unabhängig, Das anfängliche Stiftungskapital von 383.000 Euro ist auf inzwischen rund 2,5 Millionen Euro angewachsen.

Bürgerstiftung Mittelhessen über die Inge Krämer-Stiftung aktiv

Klaus Arnold (Bürgerstiftung Mittelhessen) und Peter Krämer (Inge-Krämer-Stiftung) bei der Scheckübergabe. (Foto: Bürgerstiftung Mittelhessen)

Eine weitere Spende von Peter Krämer zu Gunsten der Bürgerstiftung ermöglicht gleich zu Jahresbeginn die Unterstützung von sechs Vereinen in ihrem Wirken.

Anlässlich des ersten Todestages der Steinbacher Geschäftsfrau Inge Krämer am 4. Januar 2022 hat sich ihr Sohn Peter an die Bürgerstiftung Mittelhessen gewandt. Unter deren Dach hat er im Sommer 2021 die Inge Krämer-Stiftung ins Leben gerufen, um das wohltätige Wirken seiner Mutter fortzuführen. Jetzt möchte er über die Bürgerstiftung Mittelhessen 1.200 Euro an Einrichtungen verteilen, die Inge Krämer am Herz gelegen haben: „Durch Ihre Tätigkeit beim Seniorentreff in Steinbach hat meine Mutter die wichtige Arbeit verschiedener Organisationen im Kreis Gießen kennengelernt, die sie gerne unterstützen wollte. Auch im Dorf hat sie regelmäßig gespendet. Mit meinen Spenden handele ich also ganz in ihrem Sinne,“ so Krämer.

Jeweils 200 Euro gehen an die Turn- und Sportgemeinde 1905 Steinbach, den Förderverein Fernwald der Diakoniestation Fernwald-Pohlheim, die Telefonseelsorge Gießen-Wetzlar, sowie den Weißen Ring, die Tafel und die Lebenshilfe in Gießen.

Peter Krämer erklärt: „Nach dem Tod meiner Mutter habe ich sehr viel Unterstützung aus dem Dorf erfahren, darunter auch Geld, das den Beileidskarten beigelegt wurde. Es ist dieses Geld, welches ich jetzt weitergebe. Aus der Trauer heraus ergibt sich auf diese Weise etwas Gutes.“

Die Spenden, die in den letzten sechs Monaten bei der Inge Krämer-Stiftung eingegangen sind, sollen im Frühjahr an kirchliche sowie Hospiz- und Palliativeinrichtungen und an Organisationen im Bereich Unfallhilfe verteilt werden.

Licher Literaturpreis gestiftet

Von links: Klaus Arnold, Günter und Vilma Kämpf und Johannes Haas. (Foto: Bürgerstiftung Mittelhessen)

Das ohnehin schon vielfältige Kulturleben in Lich wird um eine Attraktion reicher: Das Verlegerpaar Günter und Vilma Kämpf hat im Rahmen der Bürgerstiftung Mittelhessen einen Stiftungsfonds zur Literaturförderung ins Leben gerufen. Die Bürgerstiftung Mittelhessen unterstützt in der Region Mittelhessen bereits seit 2004 gemeinnützige Projekte. Zu ihrer Aufgabe gehört es auch, Bürgern die Errichtung von Partnerstiftungen zu ermöglichen

Ziel des neuen Stiftungsfonds ist, einmal jährlich in Zusammenarbeit mit dem Förderverein der Stadtbibliothek den Licher Literaturpreis an eine deutschsprachige Autorin bzw. einen deutschsprachigen Autor zu verleihen, die/der mit einem Werk oder einer Werkphase einen besonderen Beitrag zur zeitgenössischen deutschsprachigen Literatur geleistet hat. Mit der ersten Verleihung ist 2022 zu rechnen. Sie soll mit einer öffentlichen Lesung der/des Ausgezeichneten in Lich verbunden werden. Das Preisgeld wird zunächst 7.000 Euro betragen.

Die Stifter haben in ihrer aktiven Zeit als Verleger des lange in Gießen ansässigen Anabas-Verlags u.a. mit Autoren wie dem Prosa- und Hörspiel-Autor Ror Wolf (1932-2020), dem experimentellen Lyriker und Schriftsteller Ernst Jandl (1925-2000) und dem Frankfurter Dichter Paulus Böhmer (1936-2018) zusammengearbeitet. Daneben haben sie auch etliche Werke der Dadaisten Raoul Hausmann, Richard Huelsenbeck und Kurt Schwitters veröffentlicht. Sie waren außerdem freundschaftlich verbunden mit dem in Staufenberg aufgewachsenen Schriftsteller Peter Kurzeck (1943-2014). Da wundert es nicht, dass ihnen sprachliche Originalität, Experimentierfreude und Modernität im Werk der Preisträger wichtig sind. Sie möchten so dem Licher Literaturpreis einen spezifischen Charakter und überregionale Bedeutung geben.

Bei allen organisatorischen Tätigkeiten, die mit dem Licher Literaturpreis in Zusammenhang stehen, werden die beiden Stifter unterstützt durch Mitglieder des Fördervereins Bibliothek Lich. Dies gilt vor allem für die Anbindung an das kulturelle Leben der Stadt und für die Öffentlichkeitsarbeit. Darüber hinaus werden die Stifter gemeinsam mit dem Förderverein und evtl. in Zusammenarbeit mit einem Beirat oder einer Jury über die Preisvergabe entscheiden.

Vilma und Günter Kämpf haben annähernd zwanzig Jahre in Südfrankreich gelebt und gearbeitet und wohnen seit ihrer Rückkehr nach Deutschland 2015 in Lich.

Klaus Arnold, der Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Mittelhessen, sieht in dem neuen Stiftungsfonds ein weiteres Aushängeschild für unsere Region. „Literatur eröffnet dem Leser neue Welten und spielt eine wichtige Rolle in unserer Gesellschaft“, so Arnold.

Er wirbt dafür, den Stiftungsfonds nun mit weiterem Kapital auszustatten. Bürger, die sich für die zeitgenössische Literatur und deren Präsenz in Lich engagieren wollen, können eine Spende mit dem Vermerk „Licher Literaturpreis“ an den Stiftungsfonds überweisen. Die IBAN lautet: DE71 5139 0000 0105 4838 72

Der Ehrenamtspreis für junge Menschen 2021 ist gestartet!

Buergerstiftung-Mittelhessen Ehrenamtspreis

Viele junge Menschen engagieren sich ehrenamtlich und freiwillig in Vereinen, Kirchen und sozialen Einrichtungen. Sie setzen sich ganz selbstverständlich ein für Menschen und Tiere, für Natur und Umwelt, für sozial Benachteiligte – und das häufig auch im Verborgenen. Fällt Ihnen da jemand ein? Dann nominieren Sie ihn für den diesjährigen Ehrenamtspreis!

Dr. Ulrich Peters neu im Vorstand der Bürgerstiftung

Kuratorium beruft neuen Vorstand der Bürgerstiftung

Der neue Vorstand der Bürgerstiftung Mittelhessen (v.r.n.l.): Klaus Arnold, Jens Ihle und Johannes Haas bekommen mit Dr. Ulrich Peters einen Nachfolger für Ina Weller (Mitte).

Die Bürgerstiftung Mittelhessen hat ein neues Vorstandsmitglied: Es ist der 55-jährige Dr. Ulrich Peters, einer der beiden Geschäftsführer der Licher Privatbrauerei. Peters wurde in der Kuratoriumssitzung vom 4. November 2021 in den Vorstand der Stiftung berufen. „Ich lebe nun schon seit 14 Jahren mit meiner Familie in Mittelhessen und habe der Region und den Menschen hier viel zu verdanken. Da wird es Zeit, ein bisschen was zurückzugeben,“ begründet Peters seinen Entschluss, sich zu engagieren. „Die Bürgerstiftung ist mir in den letzten Jahren schon mehrfach aufgefallen, weil sie eben sehr engagiert Projekte aus ganz Mittelhessen unterstützt.“ Horst Rieper, Kuratoriumsvorsitzender der Bürgerstiftung, und Klaus Arnold, Vorstandsvorsitzender, freuten sich beide, dass sie mit Peters einen kompetenten und engagierten neuen Mitstreiter für die gute Sache gefunden haben. „Als ich Ulrich Peters ansprach, ob er nicht Lust darauf hätte, bei uns mitzumachen, hat er recht schnell zugesagt und wird nun unser alljährliches Vorzeigeprojekt „Ehrenamtspreis für junge Menschen“ federführend betreuen. Wir alle vom Vorstand und auch die Kuratoriumsmitglieder sind sicher, dass es bei ihm in den besten Händen ist.“

Erneuter Besuch im Gießener KroKi-Haus

Die Bürgerstiftung Mittelhessen überreicht Spendenscheck in Höhe von 1.500 Euro

Martin Kräske, Dr. Burkhard Brosig, Jens Ihle, Marc Kennerknecht und Julia Rühl bei der Übergabe des Spendenschecks in der Spielecke, die durch eine vorangehende Spende der Bürgerstiftung umgesetzt werden konnte. (Foto: Thomas Wiesner)

Das KroKi-Haus in Gießen durfte am vergangenen Dienstag, dem 5. Oktober, zum wiederholten Male Jens Ihle aus dem Vorstand der Bürgerstiftung Mittelhessen bei sich begrüßen. Marc Kennerknecht als Geschäftsführer des KroKi-Hauses, Prof. Dr. Burkhard Brosig und Martin Kräske vom KroKi-Verein sowie Julia Rühl von der Kinderklinik Gießen haben von Jens Ihle einen Spendenscheck in Höhe von 1.500 Euro überreicht bekommen.

„Wir waren uns schnell einig, dass wir die Arbeit vom KroKi-Haus wieder finanziell unterstützen möchten“, so Ihle. Im Sinne eines Treuhänders verwaltet die Bürgerstiftung Mittelhessen die Zinserträge einer anonymen Spenderin, die möchte, dass diese Gelder zweckgebunden Kindern und Jugendlichen, die einen erschwerten Start ins Leben haben, zugutekommen. Gesagt – getan: Am Dienstag kam es zur Spendenscheck-Übergabe und einer locker-informativen Gesprächsrunde.

Das Kroki-Haus ist eine vollstationäre Einrichtung des Kroki-Vereins und widmet sich unter der Schirmherrschaft von Dr. Lars Witteck Kindern und Jugendlichen, deren chronische Erkrankungen bei unzureichender (familiärer) Betreuung mit schweren Einschränkungen der Gesundheit und Lebensqualität einhergehen. Da leider nicht immer eine angemessene Betreuung im Elternhaus gewährleistet ist und die Erkrankung oft eine Überforderung für die Familie darstellt, benötigen diese Kinder und Jugendlichen nicht nur eine kompetente medizinische Behandlung sondern auch eine gezielte pädagogische, therapeutische und psychosoziale Unterstützung, die ihnen im KroKi-Haus ermöglicht wird. Kennerknecht hat zudem das neue Konzept des KroKi-Trainingswohnens vorgestellt, zu welchem die Baugenehmigungen nun vorliegen. Es soll jungen Erwachsenen bei dem Schritt zum selbstständigen Wohnen und dem Sprung in das Erwachsenenleben helfen. Das Spendengeld soll für die Ausgestaltung dieser neuen Wohnungen genutzt werden.

In Kooperation mit dem KroKi-Verein, der KroKi-Stiftung und der Abteilung Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie der Kinderklinik Gießen existiert eine breite Vernetzung vieler Berufsgruppen und Institutionen, die eine ganzheitliche Betreuung sowie Unterstützung der Rechte und Interessen chronisch erkrankter Kinder vertreten. Auch ein Fachsymposium zum Thema „Managed Care: Jugendhilfe und Gesundheitsfürsorge bei chronisch kranken Kindern: Bedarfe, Defizite, Perspektiven“ ist im kommenden Jahr am 24. und 25. Juni in Gießen geplant.